Abgesenkte Augenbrauen (Brauenptose) und erschlaffte Oberlider können im Spiegel ähnlich schwer wirken. Vielleicht fällt Ihnen auf, dass das äußere Brauenende tief steht, Haut die Lidfalte verdeckt oder ein Auge weniger weit geöffnet erscheint. Wenn Sie sich über eine Augenlidstraffung (Blepharoplastik) informieren, möchten Sie möglicherweise wissen, welche dieser Veränderungen von der Braue und welche vom Lid selbst ausgehen.
Bei der Untersuchung werden die Brauenposition, überschüssige Lidhaut, das Fettgewebe und der Lidrand mit den Wimpern getrennt betrachtet. So können wir erklären, auf welches Gewebe ein Augenbrauenlifting oder eine Lidoperation abzielt. Sie können einfach beschreiben, was Sie verändern möchten. Vor dem Gespräch müssen Sie sich für keinen Eingriff entschieden haben.
Warum wirkt das Oberlid schwer?
Das Aussehen des Oberlids hängt neben seiner dünnen Haut auch von der Brauenhöhe und den Geweben in der Augenhöhle ab. Sinkt die Braue ab, können sich die Gewebe zwischen Braue und Lid über der Lidfalte zusammenschieben. Auch bei passender Brauenposition kann die Haut des Lids selbst überschüssig sein. Da in beiden Fällen die Lidfalte weniger sichtbar sein kann, reicht der Blick auf die oberflächliche Hautfalte zur Unterscheidung nicht aus.
Fettgewebe wird eher als Fülle oder Vorwölbung wahrgenommen. Eine Vorwölbung am nasennahen Oberlid und das Volumen unterhalb der Braue gehören zu unterschiedlichen Bereichen. Eine Hautfalte und hervortretendes Gewebe unter der Haut können unterschiedliche operative Schritte erfordern. Wenn Sie uns die vorgewölbte Stelle zeigen, können wir leichter erläutern, welches Gewebe diesen Eindruck verursacht.
Eine weitere Möglichkeit ist ein tief stehender Oberlidrand mit den Wimpern. Diese als Ptosis bezeichnete Absenkung hängt mit der Funktion der Strukturen zusammen, die das Lid öffnen. Die darüberliegende Hautfalte und der Wimpernrand, der die obere Grenze der Lidöffnung bildet, sind unterschiedliche anatomische Strukturen. Da Brauenabsenkung, Hautüberschuss und Ptosis an derselben Augenpartie vorkommen können, wird jeder Befund gesondert vermessen und dokumentiert.
Im Gespräch können Sie deshalb genauer beschreiben, was Sie mit „mein Augenlid hängt“ meinen. Beschäftigt Sie das tiefe äußere Brauenende, die verdeckte Lidfalte oder eine klein wirkende Lidöffnung? Diese Beschreibungen ersetzen keine Diagnose, helfen aber dabei, bei der Untersuchung dieselbe Veränderung zu betrachten.
Wie beeinflusst die Brauenposition die Lidhaut?
Der nasennahe Brauenansatz, der mittlere Abschnitt und das zur Schläfe verlaufende äußere Ende liegen nicht auf derselben Höhe. Ein abgesenktes äußeres Ende kann als Falte am äußeren Oberlid auffallen. Die Brauenposition im Verhältnis zum oberen knöchernen Rand der Augenhöhle hilft, den Ursprung dieser Gewebeansammlung zu verstehen. Dabei unterscheiden wir auch, ob die gesamte Braue oder nur ein Abschnitt abgesenkt ist.
Wird die Braue bei der Untersuchung in Richtung ihrer anatomischen Position angehoben und gehalten, kann sich die Verteilung der Lidfalte verändern. Die dabei verbleibende überschüssige Haut gibt Aufschluss über das Lidgewebe selbst. Sie können diese Veränderung im Spiegel beobachten. Das manuelle Anheben bildet das Operationsergebnis nicht genau ab, sondern veranschaulicht die Beziehung zwischen Braue und Lid.
Bei der Betrachtung der Brauenform berücksichtigen wir auch Stirnhöhe, Haaransatz und Unterschiede zwischen rechts und links. Während das äußere Ende einer Braue tiefer steht, kann die andere einen anderen Bogen haben. Wenn Sie Ihre vertraute Brauenform erhalten oder nur den äußeren Abschnitt verändern möchten, können Sie diesen Wunsch bei der Operationszeichnung ansprechen. Den Umfang der Möglichkeiten eines Augenbrauenliftings erklären wir anhand dieser regionalen Merkmale.
Auch das Hochhalten der Brauen mithilfe des Stirnmuskels kann das Lid anders aussehen lassen. Bei manchen Menschen werden die tiefere Brauenposition und die darüber zusammengeschobene Haut deutlich, sobald sich die Stirn entspannt. Unbewusstes Anheben der Brauen beim Fotografieren kann deshalb die Beurteilung der Ruheposition erschweren. Die Brauenposition in Ruhe und bei Mimik wird getrennt beobachtet.
Unterschiede zwischen Hautüberschuss, Fettvorwölbungen und Ptosis
Bei einem Hautüberschuss legt sich die Oberlidhaut in Falten und kann die Lidfalte verdecken. Der Wimpernrand kann dabei auf seiner normalen Höhe liegen. Den Hautbereich, den wir bei einer Oberlidoperation entfernen möchten, zeichnen wir entsprechend der Verteilung dieser Falten an. Wie weit die Haut zur äußeren Ecke reicht und wie sie sich beim Schließen des Auges legt, beeinflusst die Grenzen der Zeichnung.
Bei einer Fettvorwölbung tritt das Fettgewebe unter Haut und Muskel des Lids hervor. Besteht am Oberlid neben überschüssiger Haut auch eine Fettvorwölbung, können die Fettkompartimente in den Eingriff einbezogen werden. Ob Haut, Muskel oder Fett behandelt werden müssen, wird jeweils gesondert festgelegt. Eine Hautfalte in einem Bereich bedeutet nicht, dass dort sämtliches Gewebe reduziert wird.
Bei einer Ptosis liegt der Wimpernrand des Oberlids im Verhältnis zur Pupille zu tief. Der Lidhebermuskel, auch Levator genannt, und seine Verbindung zur Stützstruktur des Lids wirken an der Öffnungsbewegung mit. Steht der Lidrand nach dem Anheben der Hautfalte weiterhin tief, muss die Funktion der öffnenden Struktur untersucht werden. Die Entscheidung über eine Ptosisoperation richtet sich nach dem Zustand dieses Muskels und seiner Verbindungen.
Im Gespräch zur Augenlidstraffung erläutern wir die geplanten Veränderungen an Haut und Fett getrennt von den Befunden am Lidrand. Bestehen sowohl Hautüberschuss als auch Ptosis, erklären wir das jeweilige Ziel der dafür erwogenen Eingriffe. So wird deutlich, welche Gewebe mit dem Begriff „Lidoperation“ gemeint sind.
Was wird bei der Untersuchung von Brauen und Lidern geprüft?
Zu Beginn der Untersuchung wird erfragt, welcher Bereich Sie beschäftigt und welche Behandlungen an der Augenpartie bereits stattgefunden haben. Sie können frühere Brauen-, Stirn- oder Lidoperationen sowie Botox- und Filler-Behandlungen nennen. Frühere Zugangsstellen und Behandlungen, die die Muskelbewegung beeinflussen, helfen, das aktuelle Erscheinungsbild zu verstehen. Augenerkrankungen, Kontaktlinsen und regelmäßige Behandlungen gehören ebenfalls zur Erhebung Ihrer Krankengeschichte.
Auf beiden Seiten untersuchen wir die Brauenhöhe in Ruhe, den Abstand zum Oberlid und die Lidfalte. Beim Blick geradeaus wird die Position des Wimpernrands zur Pupille gemessen. Die Lidbewegung zwischen dem Blick nach unten und nach oben wird geprüft, wobei die Mithilfe des Stirnmuskels begrenzt wird. Zur Untersuchung gehören auch das Schließen der Augen und das Verhältnis der Lider zur Augenoberfläche.
Ein erstes Gespräch anhand von Fotos kann helfen, die allgemeine Brauenform und die Lage der Hautfalte zu erkennen. Beweglichkeit des Gewebes, Lidspannung und Funktion des Lidhebermuskels lassen sich dagegen bei der persönlichen Untersuchung beurteilen. Gerade bei Unterschieden zwischen rechts und links können Sie zeigen, ob Sie die Brauenhöhe oder den Lidrand meinen. Die Messungen richten sich auf jeder Seite nach der jeweiligen Anatomie.
Falls Sie Beschwerden wie eine Einschränkung des oberen Gesichtsfelds haben, können Sie diese zusätzlich zu Ihrem Veränderungswunsch ansprechen. Wenn erforderlich, werden eine augenärztliche Untersuchung und eine Gesichtsfeldprüfung in die Planung einbezogen. Bei einer aktiven Augenerkrankung oder einem unkontrollierten allgemeinen Gesundheitsproblem kann die Entscheidung über einen ästhetischen Eingriff aufgeschoben werden.
Wann kommen Augenbrauenlifting und Lidstraffung infrage?
Führt die abgesenkte Braue dazu, dass sich Gewebe über dem Oberlid zusammenschiebt, kann ein Eingriff an den Geweben erwogen werden, die die Braue tragen. Ob beim Anheben und Halten der Braue zusätzlich zu entfernende Lidhaut verbleibt, gehört zu den Befunden, die den Umfang eines alleinigen Augenbrauenliftings bestimmen. Bei passender Brauenposition und überwiegend die Lidhaut betreffenden Befunden kann eine Oberlidoperation infrage kommen.
Bestehen neben abgesenkten Brauen auch Hautüberschüsse am Lid selbst, können wir Augenbrauenlifting und Oberlidoperation gemeinsam planen. Die Zeichnung der zu entfernenden Lidhaut richtet sich dann nach der vorgesehenen Brauenposition. Das Anheben der Braue und die Korrektur der Lidhaut werden anhand dieses anatomischen Zusammenhangs festgelegt.
Beim chirurgischen Augenbrauenlifting erreichen wir die Gewebe über die behaarte Kopfhaut an der Schläfe und betrachten sie mithilfe einer Kamera. Wir lösen die Bänder, die die Brauenbewegung begrenzen, verlagern das Gewebe nach oben und fixieren es mit Nähten. Der Zugang zur Entfernung überschüssiger Oberlidhaut verläuft entlang der natürlichen Lidfalte. Jeder dieser Zugänge führt zu einem anderen Gewebebereich.
Bei abgesunkenen Wangen und Gewebeerschlaffung an der Kieferlinie kann die Gesichts- und Halsstraffung ein weiterer Gesprächspunkt sein. Eine Gesichtsstraffung zielt auf die tragenden Gewebe der Wangen und des unteren Gesichts, ein Augenbrauenlifting auf Stirn und Brauenregion. Wir erklären für jeden Eingriff, welcher Befund ihn begründet. Ein Anliegen an der Augenpartie bedeutet nicht, dass alle diese Eingriffe in denselben Plan aufgenommen werden müssen.
Wie funktioniert ein Augenbrauenlifting mit Botox?
Zwischen dem Stirnmuskel, der die Braue anhebt, und den Muskeln, die sie nach unten und innen ziehen, besteht ein Bewegungsgleichgewicht. Beim Augenbrauenlifting mit Botox wird dieses Gleichgewicht verändert, indem die Kontraktion bestimmter nach unten ziehender Muskeln abgeschwächt wird. Welche Veränderung der Brauenposition möglich ist, hängt von der ursprünglichen Muskelaktivität und der Ruheposition der Braue ab.
Bei der Auswahl der Behandlungsstellen werden die Muskeln, die auf den inneren Brauenabschnitt und das äußere Ende wirken, getrennt betrachtet. Auch der Beitrag des Stirnmuskels zum Hochhalten der Braue fließt in die Planung ein. Horizontale Stirnfalten und eine tief stehende Braue werden deshalb als unterschiedliche Befunde betrachtet. Die Lage einer bei Mimik sichtbaren Falte und die Bewegungsrichtung der Braue werden getrennt beobachtet.
Botox beeinflusst die Muskelbewegung; beim chirurgischen Augenbrauenlifting werden Gewebe gelöst, verlagert und fixiert. Das Entfernen überschüssiger Oberlidhaut gehört zur Lidchirurgie. Bei der Erläuterung einer Behandlungsmöglichkeit an der Brauenregion lässt sich anhand dieser Mechanismen unterscheiden, welchen Anteil Muskelbewegung, abgesunkenes Gewebe und überschüssige Haut haben.
Häufige Fragen
Brauche ich ein Augenbrauenlifting, wenn sich mein Lid beim Anheben der Braue öffnet?
Diese Beobachtung kann zeigen, welchen Anteil die Brauenposition am Aussehen des Lids hat. Für die Operationsentscheidung werden die beim Anheben verbleibende Haut, die Höhe des Lidrands und das Verhältnis der Braue zum knöchernen Rahmen untersucht. Das manuelle Anheben allein bestimmt die Wahl des Eingriffs nicht.
Hebt eine Lidoperation auch die Braue an?
Der Teil einer Oberlidoperation, der überschüssige Haut behandelt, verändert das Lidgewebe. Soll die Braue verlagert oder fixiert werden, wird der Umfang dieses Eingriffs gesondert festgelegt. Auch in einem gemeinsamen Operationsplan haben Braue und Lid unterschiedliche anatomische Ziele.
Kann die Absenkung an einem Auge anders sein als am anderen?
Brauenhöhe, Hautmenge und Position des Lidrands können rechts und links unterschiedlich sein. Jedes Auge wird gesondert vermessen, und es wird untersucht, welche Struktur die Absenkung verursacht. Auf diesen Befunden beruht auch die Operationszeichnung.
Ist jede Vorwölbung am Oberlid eine Fettvorwölbung?
Eine Vorwölbung kann vom Gewebe unter der Braue, von gefalteter Lidhaut oder von hervortretendem Fett stammen. Die Untersuchung mit der Hand und die Lidbewegung helfen, diese Strukturen zu unterscheiden. Ob das Fett behandelt werden muss, hängt vom Ursprung der Vorwölbung ab.
Werden das äußere Brauenende und der äußere Augenwinkel mit demselben Eingriff verändert?
Ein Eingriff am äußeren Brauenende zielt auf die Gewebe, die die Braue tragen. Bei einer Kanthopexie wird die Lidstütze am äußeren Augenwinkel mit Nähten angepasst. Im Gespräch können Sie Ihre gewünschten Veränderungen am Brauenbogen und an der Neigung der Lidöffnung getrennt beschreiben.